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Der neue Freiburger Mietspiegel


30.01.2021

Mietspiegel dokumentiert Anstieg der Mieten

Der Anfang 2021 erschienene neue Mietspiegel für Freiburg zeigt, dass es nicht gelungen ist, den Anstieg der Mietpreise wirksam zu begrenzen. Die durchschnittliche monatliche Kaltmiete stieg laut Mietspiel in vier Jahren um insgesamt 18,7 Prozent. Zwar sind für diesen Anstieg auch methodische Anpassungen bei der Erstellung des Mietspiegels verantwortlich. Am Befund, dass Wohnen in Freiburg weiterhin teurer wird, dürfte das aber wenig ändern.

Weiterhin wird bei vielen inserierten Wohnungen gegen die Mietpreisbremse verstoßen

Mietenmonitor hat hunderte Freiburger Wohnungsinserate, die nach dem 4. Juni 2020 veröffentlicht wurden, auf Verstöße gegen die Mietpreisbremse geprüft (wie funktioniert das?). Die Mietpreisbremse gibt vor, dass die Kaltmiete die ortsübliche Vergleichsmiete nicht um mehr als 10 Prozent übersteigen darf. Obwohl die Vergleichsmiete basierend auf dem neuen Freiburger Mietspiegel tendenziell höher ausfällt, wurde sie bei 52 Prozent der untersuchten Wohnungen um mehr als 10 Prozent überschritten. (Basierend auf dem alten Mietspiel waren es noch fast zwei Drittel der inserierten Wohnungen.) Nicht in jedem Falle bedeutet das einen Verstoß gegen die Mietpreisbremse. Bei Neubauwohnungen etwa gilt sie nicht. Doch auch unter Berücksichtigung dieser Ausnahme besteht unseren Berechnungen zufolge bei etwa 40 Prozent der Wohnungen die Möglichkeit die Mietpreisbremse zu ziehen. Verstöße gegen die Mietpreisbremse konzentrieren sich keineswegs nur auf die Top-Lagen, sondern sind in allen Stadtteilen zu beobachten.

Zeitraum der Inserate: 04.06.2020-28.01.2021
Anmerkung: Die Koordinaten der Inserate wurden leicht verfremdet, sodass
kein Rückschluss auf die genaue Adresse möglich ist.
Quelle: Mietenmonitor

Auch Wuchermieten keine Seltenheit

Von Wucher spricht man, wenn Ihre geforderte Miete die ortsübliche Vergleichsmiete deutlich übersteigt. Dabei gibt es zwei Grenzwerte. Liegt die geforderte Kaltmiete um mehr als 20 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete, so ist die sogenannte «kleine Mietwuchergrenze» überschritten. Dies kann eine Ordnungswidrigkeit darstellen. Eine Kaltmiete, die um mehr als 50 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt, übersteigt die «große Mietwuchergrenze». Derart hohe Mieten können sogar strafrechtlich relevant sein.

Zusätzlich zur Höhe der Miete setzt der Tatbestand des Mietwuchers jedoch immer eine Zwangslage des Mieters voraus. Da diese nicht klar definiert ist und im Einzelfall geprüft und belegt werden muss, wird der Tatbestand des Mietwuchers nur sehr selten angewandt.

Betrachtet man nur die Höhe der Miete, sind Wuchermieten jedoch keine Seltenheit. Fast ein Drittel der Wohnungen wurde zu Kaltmieten inseriert, die die ortsübliche Vergleichsmiete um mehr als 20 Prozent überschreiten und somit die «kleine Mietwuchergrenze» überschreiten. Bei immerhin gut 6 Prozent der untersuchten Wohnungen wurde die Vergleichsmiete um mehr als 50 Prozent überschritten.

Zeitraum der Inserate: 04.06.2020-28.01.2021
Quelle: Mietenmonitor